Solar-Aktien: Investieren in die Zukunft des Stroms
Solar-Aktien gehören zu den besten Investitionsmöglichkeiten dieser Jahre. Allerdings ist Vorsicht geboten: Der Boom hat auch viele Eintagesfliegen unter den Solarunternehmen geschaffen, manche Aktien sind überbewertet.
Irgendwann im ersten Jahrzehnt dieses Jahrtausends kam die Wende: Solarkraft, bis dahin als "idealistisches Hirngespinst von Umweltschützern" belächelt, wurde plötzlich zur Zukunft der Stromproduktion, zum Wirtschaftsmotor – und für viele zu einer Goldgrube. Wer vor zehn Jahren in einen der Solarbauer investiert hat, ist heute reich. Heute werden die Aktien der Solarzellen-Hersteller an den größten Börsen gehandelt. Ganze Regionen Deutschlands setzen auf diese Branche, um ihre Industrie aufrechtzuerhalten. Es hat sich nämlich herausgestellt, dass man mit Sonnenenergie nicht nur die Umwelt schützt, sondern auch Gewinn machen kann.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) der Bundesregierung sorgte für einen Startschub, der dazu geführt hat, dass sich die Kapazitäten für Solarstrom vervielfacht haben. Das Programm war sogar dermaßen erfolgreich, dass es vorzeitig gekürzt werden musste. So viele Solaranlagen waren installiert worden, dass die Kosten für die Subventionen in die Höhe schossen. Schon in absehbarer Zeit wird man keine Subventionen mehr brauchen, um eine Solaranlage zu betreiben. Die Ausweitung der Produktion von Solaranlagen hat diese um so viel günstiger gemacht, dass sie bald mit herkömmlichen Energiequellen wie Kohle, Gas und Atom konkurrieren können.
Der Boom in der Solarindustrie bedeutet allerdings nicht zwangsläufig, dass alle Solar-Aktien ihre Besitzer reich machen. Gerade weil es dieser Branche extrem gut geht, bleiben auch Firmen im Geschäft, die unter normalen Bedingungen nicht konkurrenzfähig wären. Ihre hohen Aktienkurse können jederzeit einbrechen, wenn in der Branche die unvermeidbare Konsolidierung eintritt und sich die Spreu vom Weizen trennt. Außerdem gibt es den Verdacht, dass Solar-Aktien durch den Medien-Hype grundsätzlich überbewertet sind, und dass die Blase bald platzen wird. Dies war bei den Internetfirmen in den neunziger Jahren der Fall gewesen. Damals glaubten viele völlig unrealistischen Gewinnversprechen, wenn etwas mit dem Internet zu tun hatte. Als die Blase dann im Jahr 2000 platzte, verloren viele Anleger ihr Geld. Also heißt es, Papiere genau zu analysieren bevor man sie kauft.
07.06.2010